Nutz- und benutzbare Objekte
Sagenhaftes in Herbede

Goldemar in Witten Herbede Sagen, Märchen und Legenden haben bis heute kaum an Faszination verloren. Als Erzählungen von angeblich historischen Begebenheiten, heldenhaften oder naturphantastischen Ereignissen sind sie ein Element der Erinnerungskultur einer Gemeinschaft. So ist auch die Sage vom Zwergenkönig Goldemar seit mehr als 600 Jahren überliefert und hat viele dichterische Bearbeitungen und Interpretationen erfahren. Goldemar soll zur Zeit des Ritters Neveling von Hardenberg mit diesem auf der Burg Hardenstein gelebt haben. Eine Besonderheit des Zwergenkönigs war seine Unsichtbarkeit, die ein neugieriger Küchenjunge entlarven wollte. Er soll Asche und Erbsen verstreut haben, um den Gnom zu Fall zu bringen, damit er seine Tarnkappe verlöre.
Was auch geschehen sein mag: Man erzählt sich, dass der vorwitzige Dienstbote im Kochtopf des Goldemar gelandet und von ihm rachevoll verspeist worden sei. Am Morgen danach soll ein Koch den Mord erschrocken festgestellt haben. Seitdem sei die Burg mit einem Fluch belegt.

Anlässlich der 1150-Jahr-Feier Herbedes stiftete ein Wittener Geschäftsmann in Anlehnung an die Goldemar-Sage eine Skulptur für die Fußgängerzone an der Ecke Meesmann-/Vormholzerstraße. Von Almut Rybarsch geschaffen, hängt an einem etwa fünft Meter hohen Stahlmast die erdachte Figur des Goldemar, die mit theatralischer Gestik eine Treppe hinabstolpert. Die Plastik aus wetterfestem Modellierzement mit markanter Kopfpartie und Kupferhaar erhält durch vielfältige Grauschattierungen und Feinschliff ein unverwechselbares Antlitz.
Auf der Mauer, die das Kunstobjekt umfasst, ist eine weitere kleinere Skulptur aufgesockelt. Hierbei handelt es sich um den Kopf des Küchenjungen, der - aus Beton gefertigt - aufmerksam den Sturz des Goldemar beobachtet. Insgesamt ist durch die Installation beabsichtigt, mit einer Symbolfigur dem Stadtteil Herbede eine neue Gestalt zu geben, die angefasst, beklettert, befühlt und bespielt werden kann.

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